Der originale DigComp, wie von der EU publiziert, definiert 21 Einzelkompetenzen und gruppiert diese in fünf Kompetenzfelder (Areas).

Diese Kompetenzfelder sind:

  1. Umgang mit Information und Daten (Information and data)
  2. Zusammenarbeit und Kommunikation (Collaboration and communication)
  3. Erstellen von Inhalten (Digital content creation)
  4. Sicherheit (Safety)
  5. Problemlösung (Problem solving)

Recht schnell als wir begonnen hatten, uns zu überlegen, wie wir die Kompetenzfelder (Areas) des offiziellen DigComp in unsere tägliche Arbeitspraxis als Erwachsenenbildner einbauen könnten, kamen wir zu dem Schluss, dass uns - speziell in der Erwachsenenbildung - an dem von der EU vorgeschlagenen Modell etwas fehlte: eine gesonderte Definition von elementaren Grundkenntnissen für den Umgang mit dem Digitalen. Es geht um einfache Fähigkeiten wie: einen Computer anschalten können; eine Maus benützen können; mit einer Schreibmaschinentastatur tippen können; ein grundsätzliches Verständnis davon, wie digitale Technik funktioniert. In der Erwachsenenbildung haben wir es auch mit Lernenden zu tun, die nur geringe formale Bildung und ggf. auch kaum Erfahrung im richtigen Umgang mit digitaler Technik haben.

Dann wurde uns bewusst, dass es bereits einen Ansatz gab, das Problem zu lösen: Bildungsplaner in Österreich hatten eine eigene Version des DigComp entworfen, bei dem im wesentlichen ein sechstes Kompetenzfeld hinzugefügt wurde, eigens für solche elementaren Grundfertigkeiten beim Umgang mit digitaler Technik. Nachdem im offiziellen DigComp die fünf Kompetenzfelder als 1-5 benannt worden waren, wurde das sechste Feld hier "0" genannt - um klarzumachen, dass es hier um Grundlagen und Grundvoraussetzungen geht. 

Diese Lösung kam uns entgegen, und wir entschlossen uns, mit ihr zu arbeiten.

(Zu Problemen mit diesem Modell: siehe weiter unten in dieser Serie von Live-Berichten)

Ein Problem mit der Terminologie

Es gibt ein Problem mit der Terminologie bei DigComp: Die fünf Kompetenzbereiche (des offiziellen DigComp aus Brüssel) sind mit 1-5 benannt. Dies vermittelt u.U. den Eindruck, dass es sich hier um eine Art Hierarchie oder Rangfolge handelt; dass diese Kompetenzbereiche irgendwie aufeinander aufbauen. Das ist allerdings nicht so. Die Kompetenzbereiche stehen für sich und bauen nicht unmittelbar aufeinander auf.

Die Einführung eines Felds 0 (Area 0) verstärkt diesen Eindruck natürlich noch...